Make Light Wettbewerb 2014: LUMICATOR

Der Artikel ist zwar lange überfällig, aber besser spät als nie. Die Hannover Messe steht an und somit auch die Siegerehrung zum aktuellen Make Light Wettbewerb.  Bei diesem konnte ich auch diesmal meinen Titel verteidigen. Der diesjährige Wettbewerb startete unter dem Motto „Vernetzte Photonik“.

Da ich in dies mal  etwas mehr Zeit hatte um mich auf den Wettbewerb vorzubereiten habe ich auch ein größeres Projekt eingereicht, welches ich in diesem Blog Artikel näher beschreibe.

Ich möchte mich noch einmal bei allen bedanken die für das Projekt abgestimmt haben.  Ich habe eine unglaubliche Anzahl von über 1000 Stimmen bekommen. Alle Details zum Wettbewerb und zu meinen Mitstreitern findet ihr unter:

http://www.photonik-campus.de/wettbewerbe/photonik-vernetzt-vernetzte-photonik/

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Das Thema des diesjährigen Wettbewerbs ist sicher etwas schwieriger. In der letzten Zeit bin ich immer öfter auf Berichte über „Fog Screens“ gestoßen. Man findet zahlreiche Seiten auf welchen der Bau eines solchen Fog Screens beschrieben wird. Bei einem „Fog Screen“ wird ein Bild auf Nebel projiziert, was zu einem recht netten pseudo „holographischen“ Effekt führt.

Vor allem wenn man Videos oder Videostreams mir schwarzem Hintergrund für die Projektion verwendet.

Allerdings wollte ich bei meinem Projekt den Projektor möglichst unsichtbar verbauen. Die Idee des LUMICATORS war geboren. Es musste also ein Gerät gebaut werden wo Screen und Projektor gleichzeitig verbaut sind, so das beides relativ unsichtbar für den Betrachter bleibt. Das ganze sollte trotzdem möglichst kompakt und transportabel bleiben.

Im folgenden werde ich nicht auf alle Details eingehen. Ich habe eine  PDF mit einer exakten Aufbauanleitung verfasst. Dieses PDF findet man auf der der Photonik Campus Seite.

Nach langem rum probieren fiel die Entscheidung dann auf einen IKEA Tisch aus der Lack Reihe. Diesen Tisch habe ich bereits für das Projekt „IKEA LED Arcade Tisch“ verwendet.  Zuerst habe ich also getestet ob die Abmessungen für mein Vorhaben passen. Dazu habe ich den halben Tisch aufgebaut und den Beamer hinein gestellt. Als „Nebelwand“ habe ich ein Stück Pappe verwendet.

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Um den Nebel zu erzeugen verwende ich wie viele andere Projekte auch Zimmerbrunnen Ultraschall Vernebler. Diese sind kostengünstig über Ebay und Aliexpress zu erwerben. Für den Tank habe ich PVC Hartschaum Platten benutzt. Diese lassen sich mit einem Bastelmesser als auch mit einer mini Kreissäge gut schneiden und sind recht günstig im Baumarkt zu erwerben.

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Wenn alle Teile für den Tank zurechtgeschnitten/gesägt sind muss der Tank verklebt werden. Das kleben sollte sich als schwierige Aufgabe herausstellen, denn der Tank muss absolut Dicht sein. Nach diversen Kleber Experimenten habe ich mich dann für Tangit PCV-Kleber entschieden. Dieser Kleber ist eigentlich für PVC Rohre gedacht und ist deswegen auch in der Sanitär Abteilung eines jeden Baumarktes zu finden.

IMG_2163 IMG_2122Bevor man den Boden an den Tank klebt sollte man an einer der Seitenwände noch Löcher für die Kabeldurchführung der Ultraschall Vernebler bohren. Anschließend werden die Vernebler wie auf dem rechten Foto im Tank montiert. Wenn alles verklebt ist testet man die Dichtigkeit des Tanks. Am besten in der Badewanne oder Dusche. Hierzu legt man einfach ein Stück Küchenrolle unter den Tank und lässt Wasser einlaufen. Die Küchentücher sollten auch nach längerem warten (am besten eine Stunde oder mehr) nicht feucht geworden sein.

An den Tank müssen nun Luftkanäle angebracht werden. Einer vorne und ein zweiter hinten. Dazu schneidet man aus Pappe entsprechende Teile wie auf den Bilder zu sehen aus. Und verklebt diese mit Klebeband mit dem Tank.

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Bevor die beiden „Flügel“ Teile an den Tank kommen, sollten noch PC Gehäuse Lüfter eingeklebt werden. Diese werden zum Erzeugen des Luftstroms benötigt.IMG_2157 Der fertige Tank mit allen Teilen sollte dann wie auf dem folgenden Bild aussehen.  Um die Pappwände ein wenig vor Spritzwasser zu schützen habe ich sie zusätzlich mit Klebeband versehen. Alternativ können natürlich auch Seitenteile aus PCV Hartschaum statt aus Pappe hergestellt werden. Ich habe aus Zeit Gründen jedoch darauf verzichtet.IMG_2164

INFO: Der Aufbau der Seitenflügel wurde mittlerweile komplett überarbeitet und für die Hannovermesse tauglich gemacht. Sämtliche Pappteile wurden ebenfalls durch PVC Hartschaumplatten ersetzt.

Jetzt geht es an den mühseligen Teil. Es müssen jede Menge Trinkhalme in die richtige Länge geschnitten und verklebt werden. Diese Trinkhalme werden in einer Art Wabenmuster verklebt und formen später den Luftstrom. Ich habe mir zum zurechtschneiden der Halme ein geeignetes Werkzeug auf dem 3D Drucker hergestellt. Allerdings kann man einfach auch einen Holzblock nehmen und ihn mit 5cm tiefen Bohrungen versehen.

Trinkhalme zurecht schneiden    IMG_2181

Die Trinkhalme stammten aus einem Angebot im Aldi. Ich habe für das Projekt ca. 2 Pakete dieser Trinkhalme zurechtgeschnitten und in einem Eimer angesammelt. Im Anschluss habe ich die Trinkhalm Stücke mit Heißkleber zu Reihen verklebt. Damit die Klebekanten nicht so hässlich aussehen habe ich auf schwarzen Heißkleber gesetzt.  Die Trinkhalme sollten alle gerade abschließen, zu diesem Zweck ist es hilfreich wenn man sie beim verkleben an einer Holzlatte anlegt.

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Benötigt werden 2×8 Reihen. Diese werden zu je zwei Blöcken von Wagenförmigen Trinkhalmen verklebt. Die Luftkanäle sind somit auch fertiggestellt. Es fehlt noch eine Reihe durch welcher der Nebel strömt. Hierzu wird eine weitere Reihe von Trinkhalmen zusammen geklebt. Eingefasst wird diese Reihe mit PVC Hartschaum Leisten.

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Diese Reihe mit Trinkhalmen wird am obren Ende des Tanks angebracht. Am besten verklebt man sie nur an einer Seite, so das die andere Seite noch geöffnet werden kann.  Die restlichen Trinkhalm Waben werden je an beiden Seiten des Tanks angklebt.IMG_2220

 

Der so fertiggestellte Tank wird mit Winkeln im Ikea Tisch angebracht. Mit den anfänglich  durchgeführten Tests zur Projektionsfläche konnten die Maße für die Öffnung in der Tischplatte ermittelt werden. Diese werden auf die Platte übertragen. Mit Hilfe von Dremel und Japan Säge wird dann die  Tischplatte mit einem entsprechenden Ausschnitt versehen.

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Eine genaue Anleitung wie man am besten die Öffnung in den Tisch schneidet findet man in dem Artikel zu en LED Tischen die ich mit Christoph  für die Maker Faire Hannover im letzten Jahr gebaut habe.

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Am Ende kann alles im Tisch platziert werden. Der Projektor steht unter dem Wassertank und ist auf die hintere Rückwand des Tischs gerichtet. An der hinteren Wand des Tischs befindet sich ein Spiegel welcher entsprechend schräg gestellt ist, so dass das Bild des Projektors genau auf die spätere Nebelwand projiziert wird. Zur Stromversorgung ist eine Mehrfachsteckdose, ein 24V Wechselstrom Netzteil für die Vernebler, sowie ein 12V Netzteil für die Lüfter im inneren des Tisch verbaut. An Front- und Hinterseite wurde noch eine Holzplatte aus dem Baumarkt angebracht. Diese ist an Metallwinkeln magnetisch aufgegangen, so dass sie jederzeit abgenommen werden können und man bequem an das Innere des Tischs gelangen kann.

Nach dem Lackieren der Platten und dem ersten Einschalten stahlte mir das Einschalte Logo des Projektors entgegen.IMG_2293

 

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Mit ein paar Handgriffen und Aluminium Leisten wurde der Tisch am Ende noch optisch etwas gepimpt.

Der erste Langzeit Test wurde letztes Jahr auf der Maker Faire in Kerkrade durchgeführt. Dort lief der Tisch ganze zwei Tage. Ich habe für diese Versuche einige Processing Programme verwendet.

Mittlerweile wurde ein Raspberry Pi2 als Herz verbaut. Dieser arbeitet nun als Zuspieler für Videos und interaktive Kinect Spielereien.  Leider habe ich in den kommenden Monaten zu wenig Zeit um viele Änderungen an der Software vorzunehmen.

Voraussichtlich werde ich den Tisch auch zur Maker Faire in Hannover mitbringen. Ihr dürft also gespannt sein.

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