Repstrap: 3D Drucker aus Computerschrott Teil 1

Da ich vor kurzem ein Multifunktions – Gerät (Drucker, Scanner) vom Sperrmüll retten konnte ist es nun wieder an der Zeit etwas brauchbares aus dieser ausgedienten Hardware zu basteln. Da ich dringend einen 3D – Drucker brauche werde ich versuchen in einem mehrteiligem Artikel einen
Repstrap aus alter PC Hardware und etwas Baumarkt Material zu basteln.
Idee
Der 3D – Drucker soll im wesentlichen aus einem alten Scanner und der Linearführung aus dem oben erwähnten Multifunktions – Gerät bestehen. Wobei Scanner als Y – Achse und die Linearführung aus dem Drucker als X – Achse dienen soll. Die Z – Achse soll mit 2 x M8 Gewindestangen und einem Stepper Motor, ebenfalls aus einem alten Laserdrucker, realisiert werden. Außerdem kommt später ein Arcol.hu Hotend 4.0 Kit mit 0.35 mm Bohrung zum Einsatz, welches ich bereits bei 2printbeta.de bestellt habe. Zur Steuerung werde ich voraussichtlich einen Arduino UNO verwenden. Wie immer soll auch bei diesem Schrottprojekt der Grundsatz gelten: So günstig wie möglich!
Teileliste
- 1 x Mutlifunktionsgerät (Sperrmüll)
- 1 x Scanner (Sperrmüll)
- 1 x Schrittmotor aus Laserdrucker (Sperrmüll)
- 1 x Schrittmotor aus Tintenstrahldrucker (Sperrmüll)
- 1 x Arcol.hu Hotend 4.0 Kit mit 0.35 mm Bohrung ( 2printbeta.de)
- 1 x Zahnriemen (Ebay)
- 4 x Kugellager (Inline Skates)
- diverse Schrauben (Baumarkt)
- 4 x MDF Zuschnitt
- 1 x M8 Gewindestange
Die Liste ist noch nicht vollständig und wird während der Berichterstattung ergänzt.
Ausbau und Vorbereitung der Teile
Als erstes müssen die benötigten Teile aus der alten Hardware ausgebaut werden. Ich habe mit dem Scanner angefangen und diesen von allen nicht mehr benötigten Gehäuse- und Elektronikteilen befreit. Der Schrittmotor wird natürlich nicht ausgebaut. Leider weiß ich nicht mehr genau um welches Scanner Modell es sich bei dem von mir verwendeten Scanner handelt. Es scheint allerdings ein etwas älteres Modell zu sein, da die Mechanik sehr robust ist. Es funktioniert hier sicher auch mit einem anderen Scanner. Es gilt dann nur darauf zu Achten, dass die Führung nicht zu billig und somit zu wackelig ist. Wie man sieht besteht die Linearführung, bei dem von mir verwendeten Modell, aus Stahlwellen auf beiden Seiten.
Als nächstes habe ich das Multifunktionsgerät zerlegt um an den Patronenträger der Druckeinheit zu gelangen. Es handelte sich bei dem Gerät um einen Canon MP 250. Die Linearführung besteht aus einem Blech auf welchem der Patronenhalter mittels eines Gleitlagers beweglich gelagert ist. Der Antrieb erfolgt wie beim Scanner auch hier über einen Zahnriemen. In fast allen Tintenstrahldruckern wird der Patronenträger jedoch nicht durch einen Schrittmotor sondern durch einen DC-Motor, mit optischer Positionsbestimmung, in Bewegung gesetzt. Hier muss also erst einmal eine Schrittmotor Lösung gebastelt werden. Man könnte auch den DC-Motor mit der optischen Positionsbestimmung verwenden, dies führt jedoch später zu einem erheblich höheren Programmieraufwand.
Den DC-Motor (1) habe ich ausgebaut und durch einen Schrittmotor (2), den ich noch rumliegen hatte, ersetz. Der neue Motor stammt ebenfalls aus einem Tintenstrahldrucker allerdings war er dort im Bereich des Papiervorschubs verbaut. Glücklicherweise passte das auf der Achse montierte Zahnrad genau zu dem Zahnriemen des Canon MP250. Damit der Zahnriemen nicht von der Motor-Achse springt habe ich mit Sekundenkleber noch eine Unterlegscheibe (3) mittig auf das Zahnrad geklebt. Verschraubt habe ich den Schrittmotor mit Schrauben (M3) aus dem Baumarkt. Das folgende Bild zeigt noch einmal das gesamte Bauteil mit eingebautem Schrittmotor.
Auf dem Bild ist in der Mitte der Patronenträger (2) zu erkennen. An diesem sollen später der Extruder und das Hotend befestigt werden. Eine entsprechende Halterung oder Platte zur Befestigung muss ich mir noch ausdenken.
Zum Schluss habe ich mit Sekundenkleber und Heißkleber jeweils rechts und links noch 2 Muttern (M8) auf die Rückseite des Trägers geklebt. Die Muttern sollen später mittels einer Gewindestange für den Vorschub in Z-Richtung sorgen.
Test der vorbereiteten Teile
Das Video zeigt einen Test der beiden Teile die ich in diesem Artikel vorgestellt habe. Zum Testen der Motoren verwende ich, wie in andren Artikeln auch, wieder einmal das Motor Shield von Lady Ada.
Im nächsten Teil werde ich beschreiben wie die Teile aus diesem Artikel zusammengefügt werden.
Posted: Mai 1st, 2012 unter Bastelecke, Hardware.
Tags: 3D Drucker, 3D Printer, Arduino, basteln, CNC, Computerschrott, Hardware Hacking, Linearführung, Mach flott den Schrott, Motor Shield, Rapid Prototyping, Reprap, Repstrap, Schrittmotor, Stepper
Kommentare
Kommentar von Mario
Geschrieben am 10. Mai 2012 um 18:46 Uhr
Hi,
danke. Ich bin schon um einiges weiter. Vielleicht schaffe ich es am Wochenende den nächsten Teil in Text und Bild zu präsentieren. Also bei Scanner und Druckerführung mache ich mir da nicht so die großen Sorgen bezüglich der Genauigkeit (es gibt relativ wenig Spiel). Eher bei meiner Konstruktion der z-Achse ( im nächsten Teil erklärt). Ansonsten gilt “proof of concept”. Ich werde versuchen das ganze so genau wie möglich zu bauen. Wie genau das ganze Teil wird werde ich wohl erst sehen wenn das ganze mal fertig ist, dann gilt es das ganze Ding so gut wie möglich zu optimieren. Was die Schrittmotoren angeht so weichen die hier verwendeten schon von den Werten der NEMA Motoren ab. Für Z-Achse und Extruder werde ich aber auch NEAM 17 verwenden, weil ich zur Zeit leider nicht genügend andere Motoren rumliegen habe. Eigentlich sollte das ganze Ding aus Schrott gebaut werden, manche Teile wie Extruder, Hotend und Heatbead habe ich allerdings auch gekauft.
Gruss
Mario
Pingback von Repstrap: 3D Drucker aus Computerschrott Teil 2 | mariolukas.de
Geschrieben am 13. Mai 2012 um 19:52 Uhr
[...] ersten Teil habe ich beschrieben welche Teile ich für den Bau des Repstrap aus Computerschrott verwenden [...]
Kommentar von Dirk
Geschrieben am 24. November 2012 um 19:35 Uhr
Hallo
Ich bin auf der Suche nach Zahnriemen,und Zahnriemenscheiben.
Ich möchte mir einen Antrieb für eine Modellbahndrehscheibe bauen.
Haben Sie welche übrig oder gibt es eine Adresse zur Beschaffung?
Im Netz konnte ich nichts derartiges finden.
Besten Dank für Ihre Bemühungen und mit freundlichen Grüssen aus Berlin
Dirk Diekow
Pingback von Repstrap: 3D Drucker aus Computerschrott Teil 6 | mariolukas.de
Geschrieben am 21. April 2013 um 19:34 Uhr
[...] Teil 1 – Der Anfang Teil 2 – Mechnischer Aufbau Teil 1 Teil 3 – Mechnischer Aufbau Teil 2 Teil 4 – Die Elektronik Teil 5 – Erste Druckergebnisse [...]





Kommentar von gb
Geschrieben am 10. Mai 2012 um 18:32 Uhr
Hallo,
schonmal bewundernswerte Arbeit bis hierhin. Freue mich schon auf die nächsten Teile. Ich habe jedoch auch ein paar Bedenken. Wird der 3D-Drucker die notwendige Präzision haben und gibt es kein Spiel bei so einfachen Scannerführungen. Sind die Motoren annähernd gleichwertig zu üblicherweise verwendeten NEMA Schrittmotoren für ein gutes Ergebnis?